Venedig: Massentourismus, Gondeln, Masken und ganz viel morbider Charme

Irgendwie fällt mir in Frankfurt gerade etwas die Decke auf den Kopf. Alltag, Erkältungssaison, nicht endenwollende to-do-Listen, der Sommerurlaub liegt eine gefühlte Ewigkeit zurück. Ich spüre deutlich: Es ist wieder einmal Zeit für einen kleinen Kurzurlaub. Einfach wieder einmal raus aus dem Alltag. Nach Edinburgh, London, Paris oder ins Elsass? Schauen wir einmal was sich so kurzfristig noch im November organisieren lässt.

Venedig wäre auch etwas. Seit meinem letzten und bisher auch ersten Aufenthalt dort im Sommer 2014 war mir klar: Hier musst du nochmal hin! Irgendwann wenn nicht die Sonne scheint und möglichst wenig Touristen durch die engen Gassen drängen. Eine Freundin riet mir, dort unbedingt einmal zu übernachten. Denn am Abend lehrt sich die Stadt. Die Tagestouristen ziehen weiter. Keine schlechte Vorstellung! Denn von denen gab es viele. Sehr viele. Mich eingeschlossen. Bei so vielen Menschen bekomme ich immer etwas schlechte Laune. Deshalb gehe ich auch nur im äußersten Notfall Samstags auf die Zeil. Ein anderes Thema.

Also Venedig. Eine ganz seltsame Mischung aus unfassbarer Schönheit der Architektur, des Lichts und des Wassers und dann wieder Horden von Touristen, man kommt nicht vorwärts. Ganze Gassen mit einem Nippes-Laden an dem nächsten in denen es überall den gleichen Kram gibt. Billige Masken, wahrscheinlich noch made in China so wie die aussehen. Ausserdem werden auch ziemlich kitschige Glas-„Skulpturen“ feil geboten. Grusel. Dafür fehlt mir leider die Gelsenkirchener-Barock-Schrankwand im heimischen Wohnzimmer.

Also schnell ein paar mal links, rechts abbiegen und schließlich findet man doch ruhige Gässchen und einsame kleine Piazzas in denen der Putz schön bröckelt, der zerbeulte Eisenzaun vor sich hin rostet und alles elegant vermodert. Ein Junge transportiert Körperteile von Schaufensterpuppen mit einer Sackkarre. Seltsamer Anblick. Bröckelnde Pallazi mit geschlossenen Fensterläden. Wie es wohl darin aussieht. Würde ich gern  einmal sehen. Wieder zurück im belebteren Teil Venedigs finde ich mich plötzlich vor einem Schaufenster wieder, dessen Anblick mir die Sprache verschlägt. Perlenbesetzte Masken mit weißen Straussenfedern. Kostüme die aussehen als seien sie einer Hollywood Verfilmung des Cassanova entsprungen. Traumhafte mit Samt bezogene Hasen- und Mäusemasken. Spätestens jetzt hat mich Venedig doch verzaubert.

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9 Kommentare

  1. Wow. Was für schöne Bilder. Vielen Dank für diesen netten Online-Ausflug. Da werde ich auch einmal hinreisen.

    Herzlichen Gruss

    Konstanze

      • Hello Antje – sorry i didnt want to offend you, dear! Is just that your blog looks great but I am a person who loves reading and also like to comment on what I read…I only follow four blogs, they are in English (and Spanish).
        All the best Antje

        • Hello dear, your wellcome! No problem, really. I understand that Googletranslate does not translate my words perfectly. The thing is I just do not have enough time to translate everything into english. And in the end it’s not my mothertongue, so I do not feel so save. I think about it. Maybe I will find a solution in the future.
          XO
          Antje

  2. Dear Antje
    As usual impossible to find the translation for Venice!!
    If its you who have been there and pictured all, there is no word to tell you how beautiful you have done it.
    Magnifique! My Venice as I looooove it.
    Bravo.
    Monica

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