Pari shôkôgun – Das Paris-Syndrom

Das Paris-Syndrom. Schon einmal davon gehört? Ich bis vorkurzem noch nicht. Eine asiatische Kollegin berichtete mir schliesslich einmal davon. Auch darüber, wie furchtbar enttäuscht und traumatisiert Ihre Eltern nach einer Gruppenreise in die Seine-Metropole zurückkamen. Ausgeraubt, alles total dreckig dort, viel zu teuer, unfreundliche Leute, überhaupt nicht so wie erwartet. Da führen Sie nie wieder hin. Schrecklich.

Was ist da nur schief gelaufen? Womöglich lag es an den viel zu höhen Erwartungen, einem unrealistischen Paris-Bild aus Werbung, Filmen, Zeitschriften, Instagram ect. und vielleicht auch an einer anderen Kultur?

Paris ist doch am Ende des Tages auch nur eine ganz normale europäische Grossstadt, die an der ein oder anderen Stelle eben schmutzig sein kann, gelegentlich riecht und deren Menschen sich ab und zu unhöflich und ruppig verhalten. Dies verstört nun die meisten Japaner. Einige werden sogar psychisch krank und müssen mit akuten Beschwerden ins Krankenhaus eingeliefert werden. Andere verlasssen Ihr Hotelzimmer für eine ganze Woche nicht mehr. Sie leiden am „Pari shôkôgun“ – am Paris-Syndrom. Um die hundert schwer depressive Japaner müssen jedes Jahr aus Paris nach Hause geflogen werden. Ziemlich dramatisch.

Ich selbst hatte wohl immer meine besten Städtereisen, wenn ich mich ohne grosse Planung und Erwartung unvoreingenommen ins Getümmel gestürzt und nur an maximal ein bis zwei Fixpunkten pro Tag orientiert habe. Es hilft auch schon viel, die grössten Touristenattraktionen links liegen zu lassen. Ansonsten einfach treiben lassen und geniessen was sich so ergibt, anstatt krampfhaft irgendwelchen must-see, must-have, must-whatevers zu folgen. Eine grobe Richtung ist schon gut. Der Rest ergibt sich. Das funktioniert wahrscheinlich auch mit dem restlichen Leben so am besten.

Paris Eiffel Tower

Meine letzte Parisreise liegt noch gar nicht solange zurück. Im März war ich nämlich auf einer wirklich tollen Pressereise mit vielen kulturellen Highlights über die ich auf Instagram berichtet habe. Die nächste Parisreise steht mir schon kurz bevor. Diesmal wird auch meine Tochter mit dabei sein. Mit ihren fast sieben Jahren freut Sie sich schon sehr, endlich einmal den Eiffelturm zu sehen.

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